Frauke Timm – Gesinnung und Straftat, Besinnung auf ein rechtsstaatliches Strafrecht | Der ‘Minority Report’ von Duncker & Humblot
Man muss amerikanische High-Tech-Future-Filme nicht unbedingt mögen. Aber was man meist zu deren Gunsten anführen kann, ist, dass sie versteckt virulente Tendenzen der Gegenwart entbergen + in aller denkbaren Drastik zu Ende denken.
So auch der ‘Minority Report’: im Jahre 2054 ist das Mordhandwerk in Washington D.C. ausgerottet: da man in die Zukunft sehen kann, werden alle zukünftigen Mörder im Jetzt verhaftet + abgeurteilt.
Soweit die amerikanische Hollywood-Drastik. In der bundesdeutschen versteckten Virulenz wird’s dann so formuliert: “Im geltenden Rechtssystem bietet sich indes das Bild verstärkt gefahrenabwehrrechtlicher Ausrichtung des Strafrechts, das mehr auf böse Hintergedanken schielt, als dass es Reaktionen auf rechtlich zu missbilligendes Verhalten bereitstellt.”
Ein spannendes Buch (auch wenn Herr Cruise da nicht mitspielt …)!
Frauke Timm – Gesinnung und Straftat. Besinnung auf ein rechtsstaatliches Strafrecht
Auf der Basis staats- und straftheoretischer Erwägungen erzielt die Untersuchung das Ergebnis der notwendigen Gesinnungsabstinenz des Strafrechts. Die Gesinnung als alleiniger Ausdruck potentieller Gefährlichkeit der Person darf im Strafrecht, das der Reaktion auf rechtlich zu missbilligendes Verhalten dient, keine Berücksichtigung finden.
Konsequent werden jedwede Gesinnungselemente sowohl aus der Strafbegründung als auch der Strafzumessung ausgeschieden. Im geltenden Rechtssystem bietet sich indes das Bild verstärkt gefahrenabwehrrechtlicher Ausrichtung des Strafrechts, das mehr auf böse Hintergedanken schielt, als dass es Reaktionen auf rechtlich zu missbilligendes Verhalten bereitstellt. Die Arbeit tritt dieser Negativentwicklung entgegen und unternimmt den Versuch, durch die Vergegenwärtigung rechtsstaatlicher Prinzipien den Weg in ein diese Grenzen wahrendes Strafrecht einzuleiten.
(Text+Bild: Duncker & Humblot Verlag)
1. Auflage 2012. 297 S. Broschur
Duncker & Humblot Verlag, ISBN 978-3-428-13851-7
Schlagwörter: Duncker & Humblot Verlag, Gefahrenabwehr, StrafR, Straftat



























