By 08.01.2011

Inventur: Gleichheit, Ästhetik, Toleranz – ein ganz besonderer Tag in einer Buchhandlung

Rothäute, Bleichgesichter und die gelbe Gefahr am Tag der Eintracht

Einmal im Jahr verändert eine Buchhandlung ihr Gesicht für einen kurzen Augenblick: alle eingeschliffenen, von der Warenpräsentationsästhetik vorgegebenen Ordnungsschemata weichen einer gesetzlich verordneten Gleichheit. Von der fast schon versteckten Bückware bis zum knallig präsentierten und Warendruck erzeugenden Bestsellerhaufengebirge wird alles auf seinen abstrakten Warenwert zurück beordert und stellt sich unterschiedslos in die Warteschlangen vor den Codescannern, die diesen elektronisch erfassen und abspeichern. Da trägt keine noch so prominente Warengruppe mehr die Nase hoch, da bekommen selbst die in nachtdunklen Schubladen verstauten Wachsklebepunkte für personalisierte Taufkerzen (ein besonderer Service unserer Kolleginnen des christlichen Fachbuchs bei Bernward) wieder brilliantglänzende Augen (ich weiss es genau: ich musste diese Winzlinge Stück für Stück abzählen!) – alle Formen der buchlich-sozialen Differenzierung, Schichtung oder Ausgrenzung werden vor dem Gesetz hinfällig, weichen einer utopischen Gleichheit vor dem Scanner und lassen Glück auf die Antlitze …

Soweit die Theorie. Praktisch ist eine Inventur ein hartes Stück Arbeit, das eigentlich niemand gerne macht. Aber Jammern nützt da nichts. Und Schönreden hilft wenigstens dabei, die Laune aufzuhellen, wenn dieser sehr spezielle Tag im Leben einer Buchhandlung sich nähert.

Allen Kolleginnen und Kollegen jedenfalls, die das hinter sich haben, einen herzlichen Glückwunsch – und allen, die noch ‘ran müssen: gutes Gelingen!

P.S. Meine Fachkollegin von der Wirtschaft, Marion Peußner, hat ein wahres Herz für Chefs und reicht mir eben den zur Inventur passenden Chef-Titel ‘rüber:

Gerhard Nagel: Chefs am Limit – 5 Coaching-Wege aus Burnout und Jobkrisen

Hanser Verlag 2010, 240 Seiten, Pappband
ISBN 978-3-446-42347-3

€ 24,90

Gerade die Besten unter den Führungskräften fordern sich selbst und ihre Mitarbeiter oft bis ans Limit – und darüber hinaus. Doch ein permanentes Leben auf der Überholspur führt auf Dauer zu massiven Problemen. Je nach persönlicher Disposition durchleben viele Führungskräfte im Stress früher oder später eine tiefe Krise:

  • Der gefühlskalte Macher in der Führungskrise
  • Der Startup-Manager in der Sinnkrise
  • Die mittlere Führungskraft in der Zerreißprobe
  • Der Senior-Unternehmer in der Nachfolge-Krise
  • Die Frau im “Mutter/Management-Dilemma”

Das neue Buch von Gerhard Nagel beschreibt diese typischen Problemstellungen anhand eines packenden “Coaching-Tagebuchs”, das stark an die Praxis angelehnte typische Coaching-Prozesse aufzeigt. Erzähler ist ein fiktiver Business-Coach, der alle diese Manager in Not behandelt.

Der weitere Verlauf des Buches vermittelt in mehreren Schritten den fachlichen Hintergrund: Hier gibt es eine Fülle von Analyse-Checklisten, Übungen und Praxisratschlägen, die in den genannten Krisensituationen Hilfe bieten.

Das Buch lebt aus der konkreten Erfahrung des Autors, der seit Jahrzehnten mit Führungskräften arbeitet und sehr genau weiß, mit welchen Schwierigkeiten sie beruflich und privat zu kämpfen haben.

Nagel: Chefs am Limit

Stückpreis: 24,90 EUR
(inkl. 7,00% MwSt. und zzgl. Versandkosten)
Themen: DECIUS

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