By 03.08.2012

Jörg Friedrich – Kritik der vernetzten Vernunft. Philosophie für Netzbewohner | Heise Telepolis 2012

Jörg Friedrich - Kritik der vernetzten Vernunft. Philosophie für Netzbewohner | Heise Telepolis 2012Kant hat uns als letzte Weisheit seines lebenslangen Denkens mit der Aussage konfrontiert, dass wir als Menschen unweigerlich von Fragen gequält werden (und es sind die wichtigsten Fragen!), zu deren Beantwortung wir keine hauseigenen Mittel besitzen. Dieses an sich schon deprimierende Ergebnis aufklärerischer Reflektion wurde in der philosophischen Moderne dann endgültig pulverisiert und in der postmodernen Dekonstruktion wurde nochmals diese Pulverisierung zernichtet. Einzig noch die fast menschenleer geräumte Systemphilosophie Niklas Luhmanns oder der anrührend egozentrische Selbstkonstruktionsansatz von Richard Rorty scheinen so noch gangbare Wege, sich über Philosophie zu verständigen. Dachte ich …

Aber nein! Eben gerade landet in unserer Buchhandlung ein Engel ein Buch aus dem Heise Verlag (Telepolis), das ganz munter und fröhlich die letzten 230 Jahre Philosophiegeschichte bei Seite legt (zumindest titelmässig) + eine ‘Kritik der vernetzten Vernunft’ annonciert. Jörg Friedrich ist der Autor, Naturwissenschaftler und Philosoph.

Weiter bin ich noch nicht gekommen – ein wenig im Inhaltsverzeichnis geblättert (sehr vernünftig gemacht), ein wenig auf den Seiten herumgepickt (sehr vernünftig gedacht), ein wenig über die cartoons geärgert (echt verzichtbar) und ein wenig über das Titelbild (Rodins ‘Denker’ ist allzu philosophieaffin-nerdig geklont + noch nicht ‘mal ansatzweise nackt …). Aber da das Wochenende naht, könnte meine Bekanntschaft mit dem philosophierenden Buch, das kein Buch über Philosophie ist, doch noch etwas intimer werden. Ich werde berichten, möchte es aber jetzt schon als Wochenendlektürevorschlag online setzen: Denken hat noch nie geschadet! Und Nachdenken über’s Denken schon gar nicht!

(Bild: Heise Verlag)

Friedrich - Kritik der vernetzten Vernunft

Stückpreis: 16,95 EUR
(inkl. 7,00% MwSt. und zzgl. Versandkosten)

P.S. Warum nur fehlt auf der Buch-Site der Hinweis, dass das Buch im lokalen Buchhandel erhältlich oder bestellbar ist? Warum nur amazon.de? Das hätte mich fast dazu gebracht, das Buch nicht vorzustellen – aber ein philosophisches Herz ist dann doch ein wenig grösser als sein ökonomisches Gegenstück …


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