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By 09.09.2011

Michael Kloepfer / (Hrsg.): Netzneutralität in der Informationsgesellschaft | Forschungen zwischen Monopol und Anarchie

Michael Kloepfer / (Hrsg.): Netzneutralität in der Informationsgesellschaft.Der Band dokumentiert eine von der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Forschungszentrum Technikrecht (Berlin) organisierte wissenschaftliche Tagung zum Thema “Netzneutralität in der Informationsgesellschaft”, die vom Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco) freundlicherweise unterstützt wurde. Die Diskussion zum netzpolitischen Thema Netzneutralität ist eng verknüpft mit der zukünftigen Gestaltung und Entwicklung des Internet. Bislang ist der Zugang zu den weltweiten Netzen, aus denen sich das Internet konstituiert, grundsätzlich für jedermann unterschiedslos gewährleistet. Datenpakete und somit auch Kommunikationsinhalte werden nach dem Best-Effort-Prinzip übermittelt, d. h. es wird gleichermaßen für alle Daten mit der jeweils im Netz maximal möglichen Geschwindigkeit übermittelt. Die technische Entwicklung ermöglicht demgegenüber einerseits eine qualitative oder quantitative Vorzugsbehandlung bei der Datenübertragung, andererseits eine Filterung oder Blockierung unliebsamer Datenpakete. Monopolbildung und geschlossene Systeme könnten die Folge sein, sodass unweigerlich die Frage auftritt, ob und in welchem Maße der Staat die Netzneutralität bzw. die Nutzung des Internet als zentrales und weltweit abrufbares Kommunikations- und Wissensnetz durch die Allgemeinheit zu gewährleisten hat.
Der Tagungsband enthält Beiträge aus Rechtswissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Von namhaften Autoren werden darin u. a. die europarechtlichen, verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen Verbindungen zur Netzneutralität untersucht und potenzielle Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt. Inwieweit die Offenheit, Pluralität und Vielfaltsicherung im Internet auch im Sinne möglicher Innovationspotenziale eine Gewährleistung der Netzneutralität erfordert, wird aus unterschiedlichen Perspektiven eingehend beleuchtet, wobei schon bisher bestehende Instrumentarien des Rechts erläutert werden.

Der Band gewährt damit einen umfassenden Überblick über den Diskussionsstand zum Thema Netzneutralität und die verschiedenartigen rechtlichen Implikationen, die damit einhergehen, sodass insbesondere für die zu erwartenden gesetzlichen Normierungen und rechtlichen Entwicklungen wichtige Erkenntnisse zur Verfügung stehen.

(Text+Bild: Duncker&Humblot)

1. Auflage 2011, 184 S. 1 Abb., kartoniert

Duncker&Humblot, ISBN 978-3-428-13677-3

‘Netzneutralität’ ist ein schillernder Begriff. Wann ist ein System ‘neutral’? Ich würde sagen: wenn das System funktioniert wie eine gut gemachte Mehlschwitze: die Soße ist nachher genau so sämig wie geplant und man schmeckt das Mehl nicht mehr heraus. Man kann in tausend Kochbüchern nachlesen, wie man dies auf optimale Weise erreicht – und jeder hat da so seine eigenen Tricks, dass nichts monopolisiert verklumpt + verklebt. Aber was es einem letztlich ermöglicht, dieses banale Küchenwunder wunschgerecht zu bewirken, sind schlicht Tätigkeit, Selbstkontrolle, Analyse und Änderungsbereitschaft. Keine DIN-Norm, keine europäische Einbrenne-Richtlinie, kein Kultusministererlass und kein universitäres Curriculum kann das ersetzen. Höchstens administrativ verhindern.

Von daher bricht mir schon ein wenig der Schweiss aus bei dem Gedanken, dass die Netzneutralität staatlich gewährleistet werden soll … denn die Weisheit der Strasse, dass viele Köche den Brei verderben, gilt nur, wenn alle in dem einem uniformierten Brei herumrühren und es hinterher niemand mehr gewesen sein will. Steht jedoch jeder an seinem eigenen Herd und hat auch höchstpersönlich das zu verantworten, was er dort tut, dann kann die Wissenschaft des Brei-Kochens eine neue Blüte erleben.

Kloepfer - Netzneutralität in der Informationsgesellschaft

Stückpreis: 74,00 EUR
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