Read me! Eine Kulturgeschichte der Bedienungsanleitung | Jasmin Meerhoff im Transcript Verlag
Mehrdeutige Zeichnungen, unverständliche Fachbegriffe und mangelhafte Übersetzungen – die Bedienungsanleitung ist Gegenstand von Klagen, Spott und Aggression. Sie ist das Medium, das stört. Sie operiert an der Kontaktstelle von Mensch und Maschine und hat viel darüber zu berichten: von der wechselseitigen Konditionierung, von Verantwortung und phantasievollen (Miss-)Bräuchen.
Diese Studie zur Theorie und Geschichte der Bedienungsanleitung zeigt auf, wie Relationen gestiftet, Informationen über- und Interessen vermittelt werden. Sie untersucht, wie wir den Umgang mit der Welt der Dinge erlernen und uns dabei gleichzeitig selbst programmieren.Jasmin Meerhoff (B.A.) ist Medien- und Kulturwissenschaftlerin an der Bauhaus-Universität Weimar.
www.beepbeepbeep.de(Text+Bild: Transcript Verlag)
Jasmin Meerhoff: Read me! Eine Kultur- und Mediengeschichte der Bedienungsanleitung
März 2011, 152 S., kart., zahlr. z.T. farb. Abb.,
Transcript Verlag, ISBN 978-3-8376-1625-5
19,80 €
Aus einer Rezension von Manuela Lenzen in der FAZ vom 25.5.2011:
Aus dem höflich begrüßten und fröhlich gestimmten Kunden von einst ist der DAU geworden, der Dümmste Anzunehmende User, der für den Hersteller das eigentliche Risiko birgt und sich zwanglos in die ebenfalls Heideggerschen Kategorien der Aufdringlichkeit, Auffälligkeit und Aufsässigkeit einordnet.
Die Bedienungsanleitung ist die Schnittstelle, die dem Hersteller erlaubt, die Verantwortung umzuverteilen, so Meerhoff.
Mit ihrer Analyse einer vernachlässigten Literaturgattung lenkt sie den Blick darauf, dass wir nicht nur Verbraucher, sondern vor allem auch (bisweilen genervte) Benutzer sind.
Sympathischere Bedienungsanleitungen könnten sich als echte Marktlücke erweisen.



























